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Geschichte von Italien: Der Erste Weltkrieg

Um sich militärisch abzusichern (man war wegen kolonialer Ambitionen in Konflikt mit Frankreich und England geraten), war Italien 1882 dem Defensivpakt zwischen Österreich und Deutschland beigetreten, wodurch der Dreibund entstand. Als im nördlicheren Europa 1914 die ersten Schüsse fielen, herrschte in Italien zunächst die Ansicht, dass man wegen des defensiven Charakters des Dreibundes keinen Anlass zum Eingreifen hatte, da die beiden verbündeten Staaten selbst offensiv gehandelt hatten und nicht angegriffen worden waren. Doch bald kippte die Stimmung zu Gunsten derer, die sich aus einer Kriegsteilnahme die Gewinnung weiterer Gebiete erhofften. Zu diesen sogenannten Irredentisten (so nannte man Vertreter einer Ideologie, nach der jedes Gebiet anderer Staaten, in welchem Italiener leben, ins italienische Staatsgebiet eingegliedert werden sollte), gehörte auch Benito Mussolini, der damals noch die Sozialisten im Parlament vertrat.

Weil Trentino sowie das Küstenland von Istrien und Triest, also die Gebiete, die es zu erobern galt, immer noch von Österreich beherrscht waren und dieses sich keinesfalls davon trennen wollte, einigte Italien sich 1915 mit der bedeutend entgegenkommenderen Entente (die aus Frankreich, England und Russland bestand) auf militärische Zusammenarbeit und kündigte die Mitgliedschaft im Dreibund fristlos. Im Mai 1915 trat Italien an der Seite der Entente in den Ersten Weltkrieg ein, den das Land vor allem im Gebirge gegen österreichisch-ungarische Truppen auszufechten hatte.

Die Schlacht von Vittorio Veneto im Oktober 1918 schwächte die Donaumonarchie so entscheidend, dass kurz darauf die Siegermächte alle Bedingungen für einen Frieden diktieren konnten. So bekam Italien den größten Teil der erhofften Gebiete zugesprochen. Nota bene: den größten Teil, aber nicht alles. Dies sorgte in der Folgezeit für Verstimmung, da die Italiener meinten, der Sieg von 1918 sei vor allem ihnen zu verdanken. Das Land hatte zudem etwa 600.000 Kriegstote zu beklagen. Ähnlich wie die "Dolchstoß-Legende" in Deutschland kam hier das Schlagwort "Vittoria mutilata" (verstümmelter Sieg) auf.





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