Nach Kriegsende stürzte Europa in eine schwere wirtschaftliche Krise, unter anderem bedingt durch landwirtschaftliche Überproduktion, die einen starken Preisverfall nach sich zog. Schnell entstanden Massenbewegungen unterschiedlichster Couleur, die sich besonders aus der unzufriedenen Jugend rekrutierten. Der schon erwähnte Mussolini konnte die schlagkräftigsten Kampfverbände um sich scharen. Den Sozialisten hatte er nun endgültig den Rücken gekehrt. In der Folgezeit gelang es ihm, seine faschistische Bewegung (benannt nach den "fasces", dem Rutenbündel, das im alten Rom die Gerichtsbarkeit symbolisierte) in eine Partei umzuwandeln. Am 28. Oktober 1922 vertrieb er mit seinem Marsch auf Rom die amtierende Regierung und wurde daraufhin vom König zum Ministerpräsidenten ernannt. Ab 1924 war das Parlament in faschistischer Hand, im Jahr darauf wurde Italien zum Einparteienstaat. Der Ministerpräsident Mussolini war zum Duce, zum Führer geworden. Doch 1936 überschätzte Mussolini seine militärischen Kapazitäten gewaltig: Er trieb die Annexion Abessiniens (Äthiopiens) voran und schickte Truppen zur Unterstützung von Franco im Spanischen Bürgerkrieg. In der Folge sah er sich gezwungen, sich seinem politischen Nachahmer Adolf Hitler, den er immer tief verachtet hatte, freundschaftlich anzunähern. So entstand die Achse Berlin-Rom.
Der Zweite Weltkrieg Hitlers Wunsch entsprechend trat Italien im Juni 1940 in den Krieg ein. Zunächst kämpfte man gegen Frankreich, dann auch gegen Griechenland und Kroatien. Im Juli 1943 geschah das Unerhörte: Der Große Faschistische Rat verurteilte die Kriegsteilnahme und bat den König um die Absetzung von Mussolini. Der Duce wurde verhaftet, jedoch sieben Wochen später von deutschen Truppen befreit, und stand danach einer extra für ihn gebildeten Gegenregierung vor - bis zum Sieg der Alliierten in Italien im Juni 1944. |