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Geschichte von Italien: Renaissance und frühe Neuzeit

Im frühen 15. Jahrhundert erlebte eine Dynastie ihren Aufstieg, deren Name untrennbar mit der Renaisssance verbunden ist: die Medici in der Republik Florenz. Cosimo der Alte, wie er später genannt wurde, hatte ein untrügliches Gespür für die Macht und für die Künste. Sein größter Coup war sicherlich, den Architekten Brunelleschi zu engagieren. Dieser etablierte beispielsweise das Prinzip des perspektivischen Zeichnens, das Europas bildende Kunst bis heute prägt. Zudem war er ein Genie in seinem Beruf, sein Erfolg bei der Errichtung der phänomenalen Kuppel des Florentiner Doms (Chiesa di Santa Maria del Carmine - Toskana - Florenz) färbte auf Cosimo de' Medici ab. Auch die Förderung bedeutender Künstler wie Michelangelo, Buonarroti, Botticelli oder Leonardo da Vinci ist dieser Familie zu verdanken. Ihren unrühmlichen Abschluss nahm diese Tradition erst später, als dem von der Inquisition bedrängten Galileo Galilei der Rückhalt verweigert wurde.

Die Renaissance verband die Wiederbelebung der griechisch-römischen Antike mit einer stetigen Weiterentwicklung der gegenwärtigen Kultur. Auch die Kunstform der Oper trat ihren Siegeszug von Florenz aus an, wo sie im späten 16. Jahrhundert von mehreren Musiktheoretikern (unter anderen Vincenzo Galilei, Galileos Vater) entwickelt worden war.
Inzwischen schwand die Macht der städtischen Republiken. Auch die Seerepubliken verloren an Bedeutung, weil sich nach der Entdeckung von Amerika die Haupthandelsrouten zu ihren Ungunsten verlagerten. Zu dieser Zeit wurde Mittelitalien von den Borgia dominiert, einer Familie, die zwei Päpste stellte und die immer noch berüchtigt ist für ihre skrupellose Machtpolitik. Von dieser völlig desillusioniert, schrieb Macchiavelli sein von selten übertroffenem Zynismus erfülltes Hauptwerk "Der Fürst".

Es begann eine Zeit langwährender Konfrontationen zwischen Frankreich und Spanien auf italienischem Boden, nachdem Frankreichs König Karl VIII. ab 1494 weite Teile von Nord- und Mittelitaliens annektiert hatte. Den Truppen Karls V. von Österreich gelang es, die Franzosen zurückzudrängen, nicht ohne die Gelegenheit zur Plünderung von Rom zu nutzen (Sacco di Roma, 1527). Dennoch zogen sich die Italienischen Kriege bis 1559 hin. Die Folgezeit wurde vor allem von inneritalienischen Kleinkriegen bestimmt, die sich mehr auf die Macht einzelner Herrscherhäuser denn auf die Geschicke des Landes auswirkten.
Und so bleiben aus dieser Phase der Italien Geschichte vor allem kulturelle Hochleistungen, deren vollständige Aufzählung jeden Rahmen sprengen würde, im kollektiven Gedächtnis der Italiener haften.





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