Unter Kaiser Konstantin (Triumphbogen des Konstantin) erfolgte eine radikale Wende, die Italien bis heute prägt: Das bisher verbotene und immer wieder der Verfolgung ausgesetzte Christentum wurde legalisiert, der Kaiser selbst nahm diesen Glauben an und verschaffte ihm so eine führende Rolle. Nach der Abspaltung des Oströmischen (später: Byzantinischen) Reiches im Jahr 395 schwand die politische Macht von Rom rapide. Inzwischen war das Christentum verbindliche Staatsreligion, und die Bischöfe von Rom strebten, indem sie sich auf den Apostel Petrus und dessen (nie eindeutig nachgewiesene) Leitung der römischen Gemeinde beriefen, nach der Vorherrschaft über alle anderen Gemeinden. So gewann das Papsttum an Bedeutung. Vorübergehend geriet Italien unter Fremdherrschaft: 410 fielen die Westgoten unter Alarich ein, dieser erhob einen ihm genehmen Senator zum Kaiser. Um 450 wurde Rom von den Hunnen bedrängt, deren Reich jedoch nach dem Tod von Attila zerbrach. Als der Offizier Odoaker, der wahrscheinlich aus Germanien stammte, 476 die Macht übernahm, war das Weströmische Reich endgültig Geschichte. Große Teile von Italien standen ohnehin bereits unter langobardischer Herrschaft.
Da die Römischen Kaiser fortan in Konstantinopel saßen und von dort aus auch den Süden von Italien regierten, war Italien selbst jahrhundertelang fremdbeherrscht und politisch unbedeutend. Auch der um Rom entstehende Kirchenstaat konnte noch keine erwähnenswerte Macht entfalten. Das änderte sich, nachdem der Frankenkönig Karl der Große 774 die Langobarden und damit Norditalien unterwarf. Bereits sein Vater, Pippin der Jüngere, war mit Papst Stephan II. einen Bund eingegangen, dem zufolge der fränkische König sozusagen Schutzherr des Papsttums wurde. Das zahlte sich für Karl den Großen aus, als Papst Leo III. ihn zum Kaiser krönte. (Weil es nach damaligem Verständnis nur einen Kaiser geben konnte, musste man sich eines juristischen Tricks bedienen: In Konstantinopel herrschte Kaiserin Irene. Da nach römischem Recht einerseits der Kaiser zugleich Oberbefehlshaber des Heeres war, andererseits der letztgenannte Posten nur männlich besetzt werden durfte, konnte in der Schlussfolgerung Irene nicht Kaiser sein, der Thron wurde als vakant angesehen und konnte neu besetzt werden.) Das Bündnis mit den fränkischen Herrschern, die in der Folgezeit zur führenden Macht in Europa aufstiegen, stärkte das Papsttum beträchtlich.
Nach der Teilung des Frankenreiches war Norditalien ein eigenständiges Königreich, wurde jedoch 955 vom deutschen Kaiser Otto I. dem Heiligen Römischen Reich (welches übrigens erst Jahrhunderte später den Namenszusatz "Deutscher Nation" erhielt) angegliedert. Im elften Jahrhundert endete der byzantinische Einfluss in Süditalien, im Osten Oberitaliens nahm die Bedeutung der Republik Venedig immer mehr zu. Inzwischen hatten die Araber Sizilien erobert. Nachdem diese auf päpstliche Veranlassung von den Normannen vertrieben wurden, fiel das Königreich Sizilien per Erbfolge an die Staufer, die bereits die deutschen Kaiser stellten. So sah sich der Kirchenstaat im 13. Jahrhundert durch Friedrich II. von Norden und Süden her bedrängt. Doch die oberitalienischen Städte, besorgt um ihre eigene Machtstellung, machten es dem Kaiser unmöglich, seine Ambitionen in Italien zu verwirklichen.
Die Zeit, in der Friedrich II. in Palermo residierte, war vor allem kulturell bedeutungsvoll, denn hier sammelte er Künstler und Gelehrte von jüdischer, christlicher und islamischer Prägung um sich. In der Folge des ersten Kreuzzugs (1095 bis 1099) wurde Europa intellektuell stark aus dem Orient beeinflusst (die Araber hatten unzählige Schriften aus dem alten Griechenland bewahrt und weiter verbreitet), was zu einer Emanzipation der Künste und der Philosophie gegenüber der Religion führte. Die Bedeutung der Städte in Italien stieg beständig. Viele Städte organisierten sich nach altrömischem Vorbild als jeweils eigenständige Republiken. Versuche, in Rom selbst eine Republik zu etablieren, scheiterten allerdings. Im 14. Jahrhundert erhoben Dichter wie Dante Alighieri oder Petrarca das Italienische endgültig zu einer echten Hochsprache. Dies dürfte dem Selbstbewusstsein der Italiener zuträglich, und sicherlich auch identitätsstiftend, gewesen sein. |