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Barock und Klassizismus | 19. und 20. Jahrhundert

Barock und Klassizismus, italienische Architektur

In der Zeit des frühen Barock konnte Italien noch einmal seine Vormachtstellung innerhalb Europas im Bereich der Architektur untermauern. Vor allem Spanien erfuhr durch den italienischen Stil einen großen Einfluss, aber auch die Schweiz, Österreich und der süddeutsche Raum. Später entwickelte sich der Stil dieser Länder eigenständig weiter.

Der Bau Il Gesù in Rom gilt als Ausgangspunkt der barocken Bauweise, es handelt sich dabei um die Mutterkirche des Jesuitenordens. Gebaut wurde sie von Giacomo da Vignola im Jahr 1568. Besondere Merkmale dieser Kirche sind die räumliche Einheitlichkeit, eine Teilung der Seitenschiffe in Nischen, die Kapellen ähneln und kaum zum Mittelschiff hin orientiert sind und in denen sich die Seitenaltäre befinden. Auch das Tonnengewölbe, die Kuppel und die Altarvierung sind typisch für diesen Baustil. Die Fassade der Kirche glich durch die reiche Verzierung einer Schauwand, wie es in der Romanik schon üblich war.

Insgesamt waren die Fassaden im 17. Jahrhundert teilweise geschwungen, ein Beispiel dafür ist die Kirche Sant’Agnese in Rom, die von Carlo Rainaldi und Francesco Borromini erbaut wurde. Die Fassade von San Carlo alle Quattro Fontane in Rom, die von Borromini entworfen wurde, gilt als Prototyp der Baukunst. Eine monumentale Wirkung der Gebäude war gewünscht, die am Petersdom in Rom verwirklicht wurde, und zwar in Form der über 27 Meter hohen Säulen.

Als Hauptstadt des barocken Architekturstiles gilt Rom. Hier finden sich zahlreiche Kirchen, Freitreppen, Plätze und Brunnen in diesem Baustil. Hier waren vor allem auch die Architekten Gian Lorenzo, Pietro da Cortona und Bernini (siehe Piazza Navona) tätig. Vincenzo Scamozzi arbeitete vor allem in Venedig und Oberitalien, in Turin war es Guarino Guarini (siehe Chiesa di San Lorenzo und Palazzo Carignano).

In der Zeit des Klassizismus waren beispielsweise Giuseppe Piermarini mit seinem Palazzo Belgoioso in Mailand, Giuseppe Valadier mit der Piazza del Popolo in Rom oder auch Pietro Bianchi mit seiner Kirche San Francesco di Paola in Neapel neben einigen weiteren Architekten sehr bedeutend. In der letzten Phase des Klassizismus entstanden in Turin und Triest die Stadtanlagen.





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