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Romanik | Gotik | Renaissance
Barock und Klassizismus | 19. und 20. Jahrhundert

Gotik, italienische Architektur

In der italienischen Baukunst gab es entscheidende Merkmale der Gotik nicht. Das waren Glasfenster, die eine Gliederung einer geschlossenen Wand ergaben sowie andere gliedernde Elemente. Die italienische Architektur liebte auch weiterhin die klaren und geraden Formen, daher auch die geschlossenen Wände.

In Italien ist die Gotik, wie sie in Deutschland oder in Frankreich bekannt ist, fast vorübergegangen, die Entwicklung ging hier direkt von der Romanik unter byzantinischem Einfluss hin zur frühen Renaissance. Einzig der Mailänder Dom ist in klarem gotischem Stile erbaut worden. Hieran waren französische, deutsche und auch lombardische Baumeister beteiligt. Der Bau des Dom von Mailand zog sich über Jahrhunderte hin, später waren auch Baumeister aus Renaissance und Barock beteiligt. Wirklich fertigt wurde der Dom erst im 19. Jahrhundert.

Abseits der großen Städte entstanden in der Zeit der Gotik viele Klosterkirchen, aber auch die Dome in Siena, Florenz und Orvieto. Die Abteikirchen von Fossanova, San Galgano und Casamari zeigten erste gotische Stilelemente, wie beispielsweise das Rippengewölbe. Dieses wurde von Frankreich aus nach Italien gebracht.

Stilistisch gesehen hatten aber die Bettelorden der Dominikaner und der Franziskaner einen sehr großen Einfluss auf die Baukunst der Gotik. Beispiele dafür sind die Grabkirche des heiligen Antonius, die sich in Padua befindet, oder auch die Grabkirche von Franz von Assisi. Die Oberkirche in der Stadt Assisi gilt als der erste Bau, der nur im gotischen Stil geschaffen wurde. An den Fresken in der Kirche waren mehrere Künstler beteiligt, unter anderem Pietro Cavallini, Pietro Lorenzetti oder auch Cimabue.

Arnolfo di Cambio legte den Entwurf für den Florentiner Dom vor, dessen Bau 1296 begonnen wurde. 1334 entwarf Giotto den Campanile, der im Jahr 1355 fertiggestellt wurde. Francesco Talenti führte den Bau des Doms im Jahr 1357 nach dem Tod von di Cambio fort. Die Kuppel wurde von Filippo Brunelleschi konstruiert, sie zählt allerdings schon zu den Werken der frühen Renaissance. Di Cambio soll auch die Franziskanerkirche Santo Croce mit gebaut haben. Sie hat kein richtiges Gewölbe, sondern besitzt einen offenen Dachstuhl.
Profanbauten im florentiner Stil sind zum Beispiel der Palazzo Vecchio, der 1314 fertiggestellt wurde oder auch die Loggia dei Lanzi, deren Bau im Jahr 1382 beendet wurde.

Nach 1150 wurde der Bau des Doms von Siena begonnen, namentlich Maria Assunta. Zuerst war der Baustil romanisch, dann, ab Mitte des 13. Jahrhunderts, wurde gotisch weitergebaut.
1284 entwarf der Künstler Giovanni Pisano die Fassade des Doms, nach 1340 wurde der Dom nochmals in gotischem Stil umgestaltet, der Dom blieb allerdings unvollendet. Das Stadthaus von Siena, der Palazzo Pubblico, zählt zu den wichtigsten Profanbauten der italienischen Gotik. Es wurde 1348 fertiggestellt.

Nach einem Plan von Antonio di Vicenzo wurde im Jahr 1390 in Bologna mit dem Bau des Domes San Petronio begonnen, was in rein gotischem Stil erfolgte. Die Gewölbe wurden aber erst im 17. Jahrhundert fertiggestellt. Weitere Profanbauten sind der Dogenpalast und die Ca’d’Oro, sakrale Bauten die Franziskanerkirche Santa Maria Gloriosa dei Frari sowie die Dominikanerkirche Santi Giovanni e Paolo in Venedig. In Rom gibt es nur einen einzigen Kirchenbau in gotischem Stil. Es handelt sich dabei um die Dominikanerkirche Santa Maria sopra Minerva.





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