|
|
Renaissance, italienische Architektur |
|
Die italienische Architektur in der Renaissance war dem neuen Rationalismus verpflichtet, ebenso, wie die anderen Künste. Die römische Antike war das Vorbild dafür und es wurden weiterhin klare Formen und Funktionen der einzelnen Bauteile verwendet. Verschiedene Schmuckformen und eine zarte Gestaltung waren Kennzeichen der Frührenaissance. Die Renaissance lässt Nutzen und Zweck hinter dem Ideal in den Hintergrund treten. So ist der italienische Palazzo recht unpraktisch für Wohnzwecke, der Zentralbau ungeeignet für Gottesdienste.
In der Zeit der Frührenaissance kam die Theorie der Architektur auf, deren berühmtester Vertreter der Baumeister Leon Battista Alberti war. Die Errichtung der Kuppel des Florentiner Doms gilt als Einleitung in die frühe Renaissance. Der Tambour der Kirche wird auf jeder Seite durch ein Rundfenster unterbrochen, die achteckige Kuppel des Doms erhebt sich über diesen. Baumeister Brunelleschi war es auch der die abschließende Laterne gestaltete.
In der frühen Renaissance wurde sich wieder auf die Basilika und ihre Bauweise besonnen. Baumeister Alberti errichtete Sant'Andrea in der Stadt Mantua die erste Wandpfeilerkirche. Der Zentralbau rückte in das Interesse, er wurde zu einer bevorzugten Bauidee in der Renaissance. Brunelleschi entwarf den Zentralbau Santa Maria degli Angeli, der aber nie vollendet wurde.
Die Profanarchitektur entwickelte sich gleichberechtigt neben der sakralen Architektur. Vor allem bürgerliche Paläste und Villen entstanden. Die Toskana mit der Stadt Florenz, sowie Venedig waren Zentren dieser Baukunst. Ein Beispiel ist der Palazzo Strozzi in Florenz, der von Benedetto da Maiano entworfen wurde. Baumeister Alberti ließ die Fassade des Palazzo Rucellai mit Pilastern gliedern. Im Großen und Ganzen lässt sich sagen, dass der Bau der Palazzi eher repräsentativen als wohnlichen Zwecken diente.
In der frühen Renaissance waren auch die Baumeister Michelozzo di Bartolommeo, Luciano Laurana, Pietro Lombardo oder die Brüder Bernado und Antonio Rossellino sehr bekannt.
In der Hochrenaissance traten dann vor allem abstrakte Formen auf, die Schmuckornamente traten in den Hintergrund. Rollwerk, Muschelwerk und Groteske sind Merkmale der Baukunst dieser Zeit.
Der Zentralbau galt als die ideale Architektur, das römische Pantheon war das Vorbild. Nach einem Entwurf von Donato Bramante entstand Sankt Peter in Rom, die die Idee der Hochrenaissance beispielhaft verdeutlicht. 1547 veränderte Michelangelo den Bau. Auch da Vinci fertigte Skizzen für Zentralbauten, ließ aber keine errichten. Bramante ließ den Tempietto im Klosterhof von San Pietro in Montorio errichten und schuf damit einen reinen Zentralbau.
Der Architekt Andrea Palladio ist Urheber der Architekturrichtung Palladianismus, der über die Grenzen von Italien hinaus wichtig für die Baukunst in ganz Europa wurde. Vor allem Palazzi und Villen entstanden. Weitere Baumeister waren zum Beispiel: Iacopo Sansovino, Giorgio Vasari, Vincenzo Scamozzi, Bartolomeo Ammanat oder auch Giacomo da Vignola.
|
|
|
|
|