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Barock und Klassizismus | 19. und 20. Jahrhundert

Romanik, italienische Architekur

In der sakralen Baukunst der romanischen Architektur wurde viel Wert auf eine Einheit verschiedener Elemente gelegt. So sollte die Architektur selbst zusammen mit dem Schmuck der Fassade, der Bauornamentik, den Mosaiken und den Innenausstattungen eine Einheit ergeben. Oft wurde die Fassade derart gestaltet, dass sie mit einer Schauwand zu vergleichen war, sie hatte in vielen Fällen keinen Bezug mehr zum eigentlichen Gebäude.

Die Kirche Sant’Ambrogio in Mailand galt als richtungsweisend für die gesamte Baukunst im Gebiet der Lombardei. Sie entstand in der Zeit von etwa 1030 bis 1170. Ihre Basilika ist dreischiffig, die Emporen haben einen Abschluss auf östlicher Seite und sind dort in drei Apsiden gestaffelt. Auf der westlichen Seite befindet sich ein Atrium, das als Arkadenhof gestaltet wurde. Ein Querhaus ist nicht vorhanden, das Mittelschiff ist nur leicht erhöht, wenn man es mit den Seitenschiffen vergleicht. Es ist außerdem in viel Joche gegliedert, die einen quadratischen Grundriss aufweisen. Hier findet sich auch die Kreuzrippenhalle, die als einzigartig für diese Zeit gilt. Vor der Mittelapsis befindet sich das letzte Joch, das durch eine Tambourkuppel überhöht wird. Licht kann nur in die Kirche dringen, wenn es durch die Bogenfenster der westlichen Fassade oder durch die Fenster der Kuppel fällt. Das Langhaus selbst wurde ohne Fenster gebaut. Der gesamte Bau wird durch zwei Türme praktisch eingerahmt.

Mit diesem Bau ist die Kirche San Michele in Pavia zu vergleichen. Diese galt als Vorbild für weitere Kirchenbauten in Norditalien, sie besaß erstmals eine Zwerggalerie an der westlichen Fassade.

In der Zeit der Romanik entstand ein weiterer sakraler Bau, der bis heute an Bedeutung nicht verloren hat. Es handelt sich dabei um den Markusdom in Venedig. Er entstand im Jahr 1063 und wurde 1094 geweiht, er stand unter dem Einfluss der byzantinischen Baukunst. An der Stelle des Baus stand vormals die Markuskirche, die jedoch bei einem Brand zerstört worden war. Vorbild für den Bau war die Apostelkirche in Konstantinopel, es flossen jedoch eigene Stile des Baumeisters, der namentlich nicht bekannt ist, mit ein. Der Markusdom ist eine Kirche im Baustil einer Kreuzkuppelkirche, ihr Grundriss wird durch ein griechisches Kreuz gebildet. Eine Vierung ist vorhanden und sie ist durch die Zentralkuppel überhöht. Jeder Kreuzarm trägt ebenfalls eine Kuppel. Diese erheben sich über die Tambouren und besitzen an der Spitze Laternen in Form von Zwiebeln. Die Innenräume sind komplett mit Mosaiken ausgestattet, welche im Laufe der Zeit entstanden. Nach 1419 wurde die Fassade ausgebaut, was dann allerdings im gotischen Stil geschah. Die vier Pferde aus Bronze wurden im Jahr 1205 nach Venedig gebracht, sie kamen durch die Kreuzritter hierhin.

Im Jahr 1063 wurde auch in Pisa mit dem Bau des Doms, namentlich Santa Maria Assunta, begonnen. Dieser Dom wies zusammen mit dem Campanilen und dem Baptisterium einen einheitlichen Stil auf. Der Campanile wurde ab dem Jahr 1174 gebaut, erster Baumeister war Bonanus. Der Turm wurde auf einem kreisförmigen Grundriss und freistehend neben dem Dom gebaut. Die ersten drei Geschosse waren nach rund zehn Jahren fertiggestellt.
Bereits zu der Zeit machte sich das Einsinken des Turmes bemerkbar, da der Untergrund zu feucht und zu instabil war. Einhundert Jahre später war der Turm schon um 28 Zentimeter einseitig eingesunken. Diese Schieflage konnte bis heute nicht aufgehalten werden, weder durch die Versuche, den Turm einseitig abzustützen, noch durch eine Sanierung des Fundamentes. Der schiefe Turm wurde zum Wahrzeichen von Pisa und weltberühmt.

Die drei genannten Gebäude weisen die für die in der Toskana häufig verwendeten Marmorinkrustationen auf. Der Baumeister Jacob Burckhardt prägte die Bezeichnung der Protorenaissance für diesen Baustil.

Viele Künstler wandten sich bei der Verwendung dieses Baustils zur römischen Antike, was durch Friedrich II. besonders in Unteritalien noch gefördert wurde. Von Unteritalien aus brachte Nicola Pisano wieder mit in die Toskana. Dort findet sich auch das so genannten oktogonale Baptisterium, namentlich Battistero San Giovanni, das auf eine Anlage aus der Zeit vor der Romanik zurückgeht. Sein Grundstein wurde 1060 gelegt, fertigt wurde der Bau im Jahr 1150. Später wurde er komplett mit Marmor ausgelegt.

In Rom wurde in der Zeit kaum gebaut, da die Bevölkerung arg geschrumpft war und somit kaum Bedarf an neuen Gebäuden bestand. Wichtig zu nennen sind an dieser Stelle aber die Künste der so genannten Cosmaten, der Handwerkerfamilien, die sich auf Marmorinkrustationen und Mosaikintarsien spezialisiert hatten. Sie gestalteten beispielsweise um 1240 den Kreuzgang der Kirche San Giovanni Laterano.

Im Süden von Italien und auf Sizilien entstand ein eigener Baustil, der sarazenisch-normannische Mischstil. Er wirkte auch noch später auf die Gotik. Ein Beispiel dafür ist der Dom in Monreale, der innen und außen reich geschmückt ist und dessen Arkaden Spitzbögen im Stile der islamischen Architektur aufweisen. In der Hofkapelle in Palermo findet sich ein weiteres Element, eine Stalaktitendecke, die als arabisches Merkmal gilt.

Sieht man nur einem die profane Architektur, so entstanden in der Zeit der Romanik viele Burgen und Paläste. Nun entstanden auch die so genannten Geschlechtertürme in vielen Städten. Sie befinden sich beispielsweise in Bologna oder auch in San Gimignano. 1240 entstand im Auftrag Friedrich II. Castel del Monte in Apulien. Der Bau ist recht ungewöhnlich mit seinem achteckigen Grundriss und den Ecken, die ebenfalls durch achteckige Türme gebildet werden.





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