Sizilien wurde im 13. Jahrhundert das Kulturzentrum in Italien und sogar eines der wichtigsten kulturellen Zentren von ganz Europa. Hier entstand auch die Sizilianische Dichterschule. Hier schloss sich eine Gemeinschaft von Dichtern zusammen, die am Hofe von Kaiser Friedrich II. tätig waren. Der Hauptvertreter dieser Dichterschule, der unter anderem Würdenträger des Hofes und sogar der Sohn des Kaisers angehörten, war Giacomo da Lentini, der das Sonett erfunden haben soll. Insgesamt wurden vor allem Liebesgedichte verfasst. Die Dichterschule wird dafür verantwortlich gemacht, dass das Provenzialische in der Literatur von Italien so fest verankert war. Bevorzugt wurden jedoch immer noch Latein und das Altfranzösische.
1254 wird als Jahr des Niederganges der Hohenstaufer angesehen. Ab diesem Zeitpunkt verlagerte sich das kulturelle Zentrum in andere Städte, unter anderem nach Arezzo, wo der Dichter und Schriftsteller Arezzo tätig war, jedoch kaum eigene Werke verfasste.
Eine andere kulturelle Stadt war Bologna. Hier waren Guido Guinizelli und seine Anhänger tätig. Sie hatten einen regelrecht erneuernden Einfluss auf die damalige Literatur. Er war der Urheber des "Dolce Stil Nuovo". Diese Sprache wurde in Gedichten dazu verwendet, Liebe in einer ästhetisch-überhöhten Form auszudrücken und wurde von Dante Alighieri später in seinem Werk "Die göttliche Komödie" beschrieben. Bei dieser Ausdrucksform wurde vor allem die platonische Liebe besungen, bei der der Mann durch die Anbetung einer Frau geistig wächst und seine Seele die göttlichen Zusammenhänge verstehen lernt. Im Gegensatz dazu wurde in den bisher verwendeten Sprachformen vor allem die weltliche und profane Sicht auf die Dinge beschrieben.
Dante Alighieri (1265 - 1321), der heute noch als der bedeutendste Dichter von Italien gilt, verfasste sein erstes Werk, "La vita nuova", ebenfalls in dieser Sprache. Der Dolce Stil Nuovo wurde durch Dante und seine Anhänger schon bald zum wichtigsten Stilelement der Dichtkunst des Mittelalters.
Dazwischen trat ein weiterer Stil der einheimischen Literatur, die Laudendichtung aus Umbrien. Sie lehnt sich an den Stil von Assisi an und beschreibt vor allem die Liebe zu Gott. |