Im 15. Jahrhundert besannen sich die Dichter von Italien erneut auf die Antike. Alte Handschriften wurden ins Italienische übersetzt und vor allem die griechischen Werke waren Bestandteil der Arbeit der Dichter und Denker. Es war die Zeit, in der der Mensch in den Mittelpunkt des Interesses und der dichterischen Kunst rückte, das Diesseits das Wichtigste war.
Es war die Zeit von Leonardo da Vinci und Michelangelo, die, wie andere Gelehrte auch, auf mehr als nur einem Gebiet tätig waren. Die Beschäftigung mit eher weltlichen als religiösen Themen wurde in einigen Fällen zum Streitpunkt und zum Problem für die Dichter. Lorenzo Valla, ein einflussreicher Humanist, musste sein Pamphlet Declamatio fast mit dem Leben bezahlen. Es ging darum um die Anzweifelung des Rechtes der Kirche, sich in die weltlichen Angelegenheiten einzumischen. Der Reformer Girolamo Savonarola wurde sogar hingerichtet, weil er Papst Alexander IV. öffentlich kritisierte. |