Im Laufe der Jahre hat sich in der Schweiz eine eigenständige Kultur entwickelt, auch wenn diese immer wieder von den Nachbarländern beeinflusst wurde. Es gibt allerdings nach wie vor keine einheitliche Kultur im Land, was vor allem durch die verschiedenen Sprachen und kulturellen Regionen bedingt ist. Besonders deutlich zeigt sich das an den Bräuchen, die es nur regional gibt. Sie werden von verschiedenen Vereinen am Leben erhalten und sind in den Bereichen Tanz, Musik, Theater, Schnitzerei, Dichtung und Stickerei angesiedelt. Viele Bräuche beziehen sich auch auf Jahreszeiten, wie die Fastnachtsbräuche. Die Stickerei findet sich beispielsweise bei der Anfertigung von Trachten, die schon seit Jahrhunderten auf diese Art und Weise verziert werden.
Ebenso, wie es verschiedene Bräuche in den einzelnen Regionen des Landes gibt, gibt es auch verschiedene Feiertage. Einige werden aber auch landesweit begangen, doch dies sind insgesamt nur vier Tage, darunter Neujahr und der Erste Weihnachtsfeiertag. Alle anderen Feiertage werden von den Kantonen selbst festgelegt. Neben den kantonsweiten Feiertagen gibt es noch die lokalen, wie der Schmutzige Donnerstag oder das Knabenschießen.
Besonders beeindruckend ist im Bereich der Kultur die Architektur der Schweiz. Diese konnte über viele Jahrhunderte erhalten werden, da das Land von den großen Kriegen der neueren Zeit verschont geblieben ist, was an der Neutralität des Landes lag. So sind die Kathedralen von Sion, Chur, Basel oder Genf zu nennen, die im Stile des 12. Jahrhunderts, der Romanik, erhalten geblieben sind. Dieser Stil zeigt sich auch in den vielen Schlössern und Burgen. Gotische Züge tragen die Kathedralen von Schaffhausen oder Zug, barocke die von Sankt Gallen und Solothurn. Schweizer Architekten, besonders solche, die in der Renaissance tätig waren, bauten auch im Ausland (Italien, Polen) berühmte Gebäude.
Moderne Architekten sind unter anderem Botta und Le Corbusier, die die eigenständige Architektur der Schweiz mit geprägt haben. Die Architekten Herzog und de Meuron sind vor allem durch ihre Mitwirkung an der Allianz Arena in München und der Tate Modern in London bekannt geworden. Die Bildkunst der Schweiz wurde im 16. Jahrhundert vor allem durch den Protestantismus beeinflusst. International bekannte Künstler sind zum Beispiel Giacometti, Tinguely oder Paul Klee, der als der bedeutendste Künstler der Schweiz gilt.
Als eines der wichtigsten Theater im deutschsprachigen Raum gilt das Schauspielhaus Zürich. Brechts Stücke wurden hier zum großen Teil uraufgeführt, außerdem die von Frisch und Dürrenmatt. In den Jahren 2002 und 2003 wurde das Schauspielhaus zum Theater des Jahres ernannt. Ebenfalls von großer Bedeutung für die Kunstszene in der Schweiz ist das Opernhaus Zürich, das 1891 eröffnet wurde. Hier treten auch internationale Stars der Oper auf. Weitere Theater sind das Stadttheater Bern, das Theater Basel und das Cabaret Voltaire. Letzteres gilt als Geburtstätte des Dadaismus.
Die größte Sammlung im Bereich Naturgeschichte beherbergt das Schweizerische Landesmuseum. Hier werden sämtliche Epochen abgehandelt. Das nächst kleinere Museum ist das Historische Museum Bern. Weiterhin ist das Kunstmuseum Basel von Bedeutung. Es ist das älteste öffentliche Museum von ganz Europa und stellt unter anderem eine Sammlung weltberühmter Gemälde aus dem 16. Jahrhundert aus. Die wichtigste Sammlung von Werken von Giacometti findet sich im Kunsthaus Zürich, außerdem gibt es dort die zweitgrößte Munch-Sammlung. Das älteste Kunstmuseum ist das Kunstmuseum Bern mit einer Sammlung aus acht Jahrhunderten. Das am häufigsten besuchte Museum ist das Verkehrsmuseum in Luzern, das beispielsweise Autos, Schiffe und Flugzeuge ausstellt. Als so genanntes Science Center gilt das Technorama in Winterthur.
In Luzern findet alljährlich ein großes Musikfestival statt. Obwohl die Schweiz nicht gerade als eine Musiknation bekannt ist, werden hier so viele Open Air Veranstaltungen aufgeführt, wie sonst in keinem anderen Land. Besonders Rock und Pop ist sehr lebendig. Viele Künstler können auf internationale Erfolge zurückblicken. Daneben gibt es eine rege Volksmusikszene, die sich vor allem mit mundartlichen Volksliedern befasst.
Die Filmgeschichte der Schweiz gehört zu den jüngsten in Europa, ihre hauptsächliche Entwicklung setzte erst in den dreißiger Jahren ein. Die Filmschaffenden sind auf die Filmförderung des Staates angewiesen, das Geld ist aber meist nur für kleine Produktionen ausreichend. Daher gibt es nur wenige Filme aus der Schweiz von internationaler Bedeutung. Hier haben sich in den Kinos vor allem die Filme aus den USA durchgesetzt. Es gibt aber einen Produzenten aus der Schweiz, der es zu internationalem Ruhm gebracht hat: Arthur Cohn, der sechsmalige Gewinner des Oscar. Außerdem findet alljährlich in Locarno ein wichtiges Filmfestival statt, zu dem ebenfalls Gäste aus aller Welt geladen werden.
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