Die Schweiz zählt zu den wichtigsten Industrienationen der Welt, obwohl die Binnenlage und die geringe Ausstattung an Rohstoffen (der Eigenbedarf wird fast ausschließlich durch den Import gedeckt) eher ungünstig sind. Besonders bedeutend ist der tertiäre Sektor in der Schweiz, der mehr als sechzig Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmacht. Rund 72 Prozent der Erwerbstätigen sind im Dienstleistungsbereich beschäftigt. Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei machen nur rund drei Prozent am BIP aus. Die Schweiz ist besonders im Bereich des Finanzwesens bedeutend, außerdem ist sie ein beliebtes Ziel für den Urlaub. Die Handelsbilanz der Schweiz ist durchweg als positiv zu beurteilen.
Insgesamt werden etwa 38 Prozent des Landes für die Landwirtschaft genutzt. Viele Lebensmittel werden importiert, die Schweiz kann aber durch den Eigenanbau den Bedarf an Lebensmitteln decken. Hauptsächlich finden sich hier Familienbetriebe mit bäuerlichem Charakter. Weinanbau und Milchwirtschaft sind die wichtigsten Erwerbsquellen. In der Viehhaltung dominieren Rinder, Schafe und Schweine.
In der Schweiz wird ein sehr großer Teil des Waldes für die Forstwirtschaft genutzt. Stark beeinträchtigt wird dieser Wirtschaftszweig aber durch die Waldschäden, die umweltbedingt sind und rund 35 Prozent des Waldes betreffen. Schnittholz wird vor allem zu Papier verarbeitet. Die Fischerei hat nur regionale Wichtigkeit, vor allem Forellen werden im Genfer See gefangen. Auch der Neuenburger See und der Bodensee werden für die Fischerei genutzt.
Die verarbeitende Industrie ist einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Schweiz, rund 25 Prozent der Menschen sind dort beschäftigt. Wichtig ist dabei vor allem die starke Orientierung am Export. Die Industriezweige mit der höchsten Bedeutung sind der Maschinenbau, die Pharmaindustrie und die feinmechanische beziehungsweise die optische Industrie. Am stärksten für den Export wird bei der Uhrenherstellung gearbeitet, insgesamt werden rund 28 Millionen Uhren pro Jahr exportiert. Weitere Erzeugnisse von internationaler Bedeutung sind Textilien, Schuhe, Metallwaren, chemische Produkte, Holzprodukte und Genussmittel, darunter Schokolade und auch Tabak.
Das wichtigste Zentrum für das Finanzwesen ist Zürich. Für die Schweiz ist das Bankenwesen generell eine der Haupteinnahmequellen. Geschätzt wird das Land vor allem wegen der Stabilität der Währung (Schweizer Franken) sowie wegen der Wahrung des Bankgeheimnisses, die schon fast als legendär bezeichnet werden kann. An der Schweizerischen Nationalbank, die halb verstaatlicht wurde und auch als Zentralnotenbank bezeichnet wird, besitzen die Kantone, die Öffentlichkeit und andere Banken Anteile.
Importiert werden viele Produkte, darunter Maschinen und Fahrzeuge, Brennstoffe, Nahrungsmittel und Edelmetalle. Die wichtigsten Handelspartner der Schweiz sind Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die USA, Italien (siehe auch: Wirtschaft von Italien) und Japan.
Eine weitere wichtige Einnahmequelle ist der Tourismus. Die touristische Infrastruktur ist sowohl für den Sommer- als auch für den Wintertourismus ausgelegt und sehr gut ausgebaut. Die Alpen, die verschiedenen Seen und das Mittelland sind die Hauptreiseziele. Auch die größeren Städte wie z.B. Basel, Bern, Genf, Lugano, Sankt Gallen und Zürich sind bei Städtereisen sehr beliebt und von grosser Bedeutung für den Tourismus in der Schweiz.
Die Tourismusbranche ist immer noch im Wachstum begriffen, was die steigende Anzahl der Übernachtungen in Hotels, Pensionen und Ferienhäusern pro Jahr belegt. Auch Urlauber aus dem Ausland können öfter und zahlreicher in der Schweiz begrüßt werden.
Die Schweiz ist ein bedeutendes Transitland, das durch seine zentrale Lage wichtig ist für Mittel-, West- und Südeuropa, beziehungsweise für den Verkehr zwischen ihnen. Das Straßennetz ist ausgezeichnet ausgebaut. Wichtig für den Transport von Gütern ist vor allem die Schifffahrt auf dem Rhein. Außerdem verfügt die Schweiz über mehrere Flughäfen von internationaler Bedeutung, beispielsweise Zürich-Kloten oder Genf-Cointrin. Seit dem Jahr 2004 darf der Transitverkehr in der Schweiz nur noch auf Schienen erfolgen, was durch ein Volksbegehren 1994 erreicht wurde.
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