Weit in die Geschichte zurückblickend wurde das Trentino im Jahre 1027 unter Kaiser Konrad dem II. dem Herzogtum vom damaligen Bayern unterstellt. Es gehörte somit zu dem deutschen Teil des im Heiligen Römischen Reichs umbenannten ehemaligen Ostfrankreich und war neben Chiavenna und Aquileia der einzige Teil in Italien welcher zu Zeiten des Mittelalters dem Deutsche Reich zugesprochen wurde. Schon bald jedoch konnte durch den Lehnsnehmer Bischof von Trient ein von Bayern unabhängiger Territorialstaat begründet werden der ursprünglich das ganze Trentino umfasste.
Seit 1300 geriet das Fürstenbistum Trient schließlich unter großen Einfluss des Grafen von Tirol. Im Jahre 1803 unterstand das geistliche Fürstentum nachdem es aufgehoben wurde, dem Fürstenhaus der Habsburger und wurde 1815 nach dem Wiener Kongress endgültig Tirol angegliedert.
Trotz des Krieges von 1866, nach dem die Habsburger sämtliche Besitzungen in Italien verlassen mussten, blieb das Trentino unter ihrer Herrschaft. Der italienische Irredentismus (kommt vom Adjektiv irredenta = unerlöst), strebte jedoch bald darauf eine Vereinigung der mehrheitlich italienisch sprechenden Bevölkerung mit dem neu gegründeten Königreich Italien an. Im Friedensvertrag von St. Germain, aus dem Jahr 1919, wurde schließlich das Land Tirol zwischen Österreich und Italien geteilt. Die sich südlich des Brenners befindenden mehrheitlich deutschsprachige Teile von Tirol, welche uns heute als Bozen-Südtirol bekannt sind, wurden Italien zugesprochen und bilden seither das Südtirol.
Ab dem Jahr 1916 wurde unter Tolomei eine systematische Umbenennung aller deutscher Orts-, Gewässer, Landschafts-, Berg- und Flurnamen von Südtirol mittels lateinischer Ortsnamen aus der Römerzeit vorgenommen. Trotz zahlreicher Italianisierungsbemühungen existieren aufgrund der Geschichte der Region noch heute sowohl deutsche als auch italienische Ortsbezeichnungen für die Regionen in Norditalien (Beispiele: Brunico = Bruneck, Bolzano = Bozen) wobei die Trentiner und die Südtiroler im Vergleich zur geschichtlichen Vergangenheit der Region ein weitgehend spannungsfreies Verhältnis haben. |