Nur im Norden von Italien ist die Industriekultur durch Großunternehmen dominiert. Hier beschäftigten im Jahr 2004 über ein Drittel der Unternehmen mehr als 500 Beschäftigte. Aber auch im Norden gibt es noch viele kleine und mittlere Unternehmen mit 10 bis 49 Mitarbeitern, die gilt vor allem für Industriegebiete.
Am extremsten ist diese Tendenz jedoch im Süden des Landes, auf Sizilien und Sardinien zu beobachten. Dort hatten im Jahr 2004 ungefähr 35 % der Unternehmen nur ein bis fünf Beschäftigte. Die Anzahl der Ein- Mann- Unternehmen ist in Italien zwischen 1992 und 1999 sogar von 1,5 Millionen auf 2,4 Millionen angestiegen.
| Investitionen in Italien (c) morguefile.com | Für die italienische Industrie bietet diese Dominanz von kleinen Unternehmen sowohl Vor- als auch Nachteile. Zum einen garantieren sie in einigen Branchen (zum Beispiel in der Bekleidungsindustrie, der Feinmechanik und im Bau von Werkzeugen und Maschinen) die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Andererseits führen die zahlreichen Kleinunternehmen auch zu vielen Schwierigkeiten. Sie besitzen meistens nicht die erforderliche Größe um Waren exportieren zu können, dies führt dann zu schlechten Voraussetzungen für die Annahmen von Krediten.
Auch für Investitionen sind die kleineren Unternehmen meistens zu klein. Sie bilden außerdem den Kern der ausgeprägten Schattenwirtschaft, die Umsatz- und Gewinn-Transparenz ist meistens gering und man geht davon aus, dass besonders in diesem Bereich viele Steuern hinterzogen werden. Mit der Vorherrschaft von Kleinunternehmen ist in vielen Wirtschaftsbereichen von Italien auch ein Rückstand in Forschung und Entwicklung verbunden.
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